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DIE QUAL DER WAHL
Frankreich: Erlebnishof mit kuriosen Unterkünften
In Wiesen und Wald eines ehemaligen Gehöfts in den Voge-sen gelegen, entpuppt sich der acht Hektar große Abenteuer-Bauernhof als ganz der Natur gewidmeter Freizeitpark mit un-gewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten. Die Auswahl ist vielfältig und reicht vom urigen Baumhaus über wetterfeste In-dianerzelte, eine futuristische Glaspyramide, das einfache La-ger auf einem Heuboden oder eine exotische Mongolenjurte bis hin zum einzigartigen Appartement an Bord eines abge-wrackten Flugzeuges vom Typ Caravelle.

Es soll Menschen geben, die davon träumen, einmal im Leben in einem Flugzeug, ohne Motorengeräusche, in der absoluten Stille zu übernachten. Diese Möglichkeit gibt es jetzt in Lothringen, in Frank-reichs einzigem Flugzeughotel.

Die Landschaft ist idyllisch im Herzen der Vogesen. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Das Flugzeug auch. Die "Caravelle“ wurde als ers-tes zweimotoriges Flugzeug der Welt in den 1950er Jahren gebaut.

Heute ist sie eine Attraktion für Neugierige und Touristen, die aus ganz Frankreich hierher kommen um sie anzuschauen oder ein
paar Tage an Bord zu verbringen.

Die alte Maschine, die über 20.000 Flugstunden hinter sich hat, ist zum letzten Mal 1985 unter den Farben Korsikas geflogen. Danach stand sie auf dem Flugplatz von Orly bei Paris, bis der jetzige Be-sitzer sie vor 15 Jahren kaufte und restaurierte.

Schließlich musste die Maschine in Paris in drei Teile auseinander-gebaut und mit Lastwagen bis in die Vogesen transportiert werden.
Hier können heute bis zu acht Personen für 70,00 Euro pro Person übernachten. Das Flugzeughotel ist jedoch nicht die einzige Attrak-tion. Zur Anlage gehört auch eine Art Abenteuerbauernhof.

Auf dem acht Hektar großen Gelände gibt es einen Barfuß-Parcours mit verschiedenen Etappen, auf denen die Besucher ihr Schmerzem-pfinden testen können, sowie zahlreiche Spiele für Kinder.

Zwei Kilometer lang ist das Labyrinth. Es ist bestückt mit Sand- und Steinstrecken, aber auch mit "Glassplittern“. Sie sehen zum Glück nur gefährlich aus. Alles eine Frage des Willens und der Meditation. Und wenn man alles überstanden hat, gibt es eine Pause in der glä-sernen Pyramide. Hier kann man unter den Sternen übernachten, in einem riesigen Bett unter dem Glasdach.


Für die Ägypter symbolisieren die Pyramiden den Berg, von dem der Sonnengott Re herabstieg, um alles irdische Leben zu erschaffen. Auf dem Abenteuerhof in den Vogesen haben die Besitzer ganz im Geiste der Symbiose mit der Natur und den Elementen mitten im Wald eine Glaspyramide errichtet.

Auf einem von Farnen überwuchertem Findling platziert, lädt dieser völlig durchsichtige Tetraeder zu einer wirklichen Kommunion mit der mineralischen und pflanzlichen Welt ein. Für Gemütlichkeit unter dem Glasdach sorgt ein großes Bett und weiches atmosphärisches Licht, das durch einen Sonnenkollektor erzeugt wird.
Die Strecke führt weiter durch den Wald und dann zu einem Baum-haus, dem Traum vieler Kinder. Leider ist die Hütte nur für vier Perso-nen geeignet, reicht also gerade für eine Familie mit zwei Kindern.

Baumhäuser sind immer mit Jugenderinnerungen und Träumen verbunden und irgendwie sind sie auch das Symbol für die verlorene Kindheit und die Zeit, die vergeht. Von einem solchen Kindertraum angetrieben, hat der Besitzer mit seinem Sohn in einer hübschen Ecke des Waldes eine Hütte rund um einen Baum gebaut.

Kein Fertighaus im aufgeräumten Wald, sondern eine völlig natürli-che Hütte aus Lärchenholz, deren rötliche Farbe ihr einen gewissen Reiz verleiht. Als kleines Abenteuer-Geschenk führt der Weg hinein über eine Hängebrücke! Ihre nach Holz und Harz süß duftende Höhle macht Laune, sich hier einzuquartieren.

Wenn die Nacht hereinbricht, dringt nur der Gesang der Vögel und der Sonnenuntergang in dieses Stück unberührte Natur. Allein eine kleine Elektrolampe erinnert noch an die Zivilisation. Der Komfort ist sicher eingeschränkt, das Inventar besteht aus Holzbetten und Holz-tischen, aber man fühlt sich - angenehm unter dem Federbett geku-schelt - wie in einem kleinen molligen Kokon. Wenn man gut die Ohren spitzt, kann man vielleicht die Rufe einer Eule wahrnehmen, sofern man nicht gleich in Morpheus Arme sinkt, so ausgeprägt ist die olympische Ruhe, die über diesem Ort herrscht.

Beim Morgengrauen wird man vom Vogelgezwitscher und dem ers-ten Tageslicht, das durch die kleinen Fenster strömt, natürlich ge-weckt, während in der Umgebung noch alles schläft. Höchstens der benachbarte Hahn könnte den tiefen Frieden stören, es sei denn, man lässt sich vorher von warmem Brot und Kaffeeduft zu einem ländlichen Frühstück verleiten…


Auch ein Indianerdorf gehört zur abwechslungsreichen Ferienanlage. Sioux-Tipis aller Art sind hier zu finden. Man fühlt sich wie in den weiten Prärien Amerikas. Es gibt Hängematten, indianische Stühle und Skulpturen...

Tipi bedeutet in der Sprache der Sioux "Ort, um zu wohnen". Die Indiander nähten sie aus den gegerbten Häuten der Bisons, die im Laufe der Zeit durch Leinen aus Baumwolle ersetzt wurden. Von sei-ner Form, seinen Proportionen, den Emotionen, die es hervorruft und der heimeligen Atmosphäre, die es vermittelt, bietet das Tipi eine außergewöhnlichen Erfahrung beim magischen Eintauchen in die Natur, die man unter vier Augen, mit der Familie oder mit Freun-
den gemeinsam teilen kann.

Die Tipis bilden mitten im Gelände ein eigenes Lager. An Sommer-abenden kann man sogar am Feuer wachen. Auf dem Indianer-Areal kann man dann auch Fallholz aus dem benachbarten Wald auf-sammeln.

Die Jurte ist die traditionelle Siedlungsweise von Zentralasien. Die Mongolei ist das Land, das im Westen diese nomadische Wohnform bekannt gemacht hat, deren Ursprünge 5000 Jahre zurückliegen. Auch als Ger bezeichnet, wurde sie unter den Welterbe-Schutz der UNESCO gestellt.

Mit ihrer runden Form wirkt die Jurte einladend, die farbenfrohen
und kunstvollen Verzierungen der hölzernen Innenausstattung ver-leihen ihr eine warme und gedämpfte Atmosphäre. Nach herkömmli-chem Brauch betritt man die Yurte mit dem rechten Fuß voran, ohne die Schwelle oder den Türrahmen zu berühren.

Während des Aufenthaltes im Inneren bewegt man sich immer nur
im Uhrzeigersinn und man spricht niemals stehend. Die „vogesische“ Jurte, die am Waldrand aufgebaut ist, stellt so gesehen eine Einla-dung zur Reise für eine Nacht dar.

Nach dem Baumhaus, der Jurte, den Tipis, der Glaspyramide und
der Caravelle können die Urlauber auf dem Abenteuerhof neuerdings auch im Stroh schlafen. Die Heuböden befinden sich direkt unter dem Dach. Der Zugang erfolgt über eine Müllertreppe; hier entdeckt man echte Nachbauten alter Heubetten, aus dem Heu von anno dazumal gefertigt...

Allerdings ist das Heu im Gegensatz zu früher durch Weizenstroh ersetzt; die Ausstattung passt zum Umfeld: alte Gegenstände des Bauernhofes, Säcke aus Jutestoff als Bettvorleger. Die Fensterläden öffnen sich zum benachbarten Wald hin. Der Gesang der Vögel oder das Plätschern des Brunnens entbindet die Gäste beim Morgengrau-en von ihrem Strohlager. Bis zum stärkenden Frühstück sind es nur wenige Schritte.

Zwischen den Bäumen führt der « Chemin de filets » auf den «Bar-fuß-Parcours». Ohne die guten alten Sohlen wird aus einem simplen Spaziergang eine Extremwanderung, eine Erfahrung reich an Empfin-dungen! Nichts bleibt einem erspart: Schlamm, Wasser, Steine, Schotter, Stroh, Holzstücke, Glas... Kinder, Elten und Großeltern
sind begeistert.

Geboten wird eine Vielfalt an Spielen sowohl rein spielerischer als auch pädagogischer Natur, ergänzt durch verschiedene Labyrinthe (Mais, Hanf, Blumen, Holz, Stein, Wasser…), die sich durch einen der größten Labyrinth-Parks Lothringens ziehen.
Übernachtung Luxus 165,- EUR pro Nacht für bis zu 3 Personen in der Luxus-Ausstattung

ERDHÖHLE IN WILDER NATUR
Paris: Eingebettet im Bauch der Erde
Das Hotel-Projekt des Künstlerpaares Lang und Baumann be-steht aus nur einem Zimmer mit Bad, Doppelbett und Lounge. Der grosszügig bemessene Raum verkörpert den subjektiven Traum eines Hotels: von der Architektur, über die verspielten Details bis hin zur Aufforderung die goldbestickten Badetü-
cher zu stehlen. Alle Gäste werden Teil des Kunstwerks.

Das Konzept für den Betrieb des Hotels wurde ebenfalls von den Künstlern definiert. Alle Facetten sind wichtige Bestandteile der kün-stlerischen Idee: Das Zimmer kann nur für eine Nacht gebucht wer-den, die Minibar ist gratis und reich bestückt, das Frühstück wird aufs Zimmer geliefert und es steht eine persönlich zusammenge-stellte Plattensammlung bereit.

Entstanden ist das Projekt auf Einladung des Kurators Gianni Jet-
zer für die Schweizerische Landesausstellung 2002. Das Hotel wur-de von dem Künstlerpaar geplant und in Burgdorf gebaut. Danach wurde es nach Yverdon transportiert wo es vier Monate lang auf Pfählen im Neuenburger See platziert war.

Von Juni 2006 bis September 2007 wurde das Einzimmerhotel auf
der Dachterrasse der Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig ausgestellt und als Hotel betrieben. Wie schon in Yverdon, konnte das Objekt tagsüber besichtigt werden und stand ab 18.00 Uhr den Gästen zur Verfügung.

Als letzte Destination ist das Mini-Design-Hotel seit Oktober 2007
bis Frühjahr 2009 in Paris zu Gast. Hoch über der Stadt, mit Sicht auf den Eiffelturm, steht es auf dem Dach des Palais de Tokyo. Auch hier besteht wiederum die Möglichkeit das Hotel zu buchen oder es während den Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen.

Wer jetzt ein Zimmer im "Everland" buchen möchte, wird es schwer haben: alles ausgebucht. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, da das Hotel aus einem einzigen Zimmer mit Bad, Doppelbett und Lounge mit riesigen Fenstern besteht. Von dort hat man einem atemberau-benden Blick auf den Pariser Eifelturm und die Seine.

Im Preis ist die reich bestückte Minibar gratis, wird das Frühstück aufs Zimmer geliefert und steht eine persönlich zusammengestellte Plattensammlung bereit. Bezogen werden kann das Hotel jeweils erst gegen Abend, weil es während der Öffnungszeiten des Museums von allen Besuchern besichtigt werden kann.
pro Nacht und Person ohne Frühstück 30,- EUR
buchbar ab 4 Personen / Schlafsack muss mitgebracht werden

20 QUADRATMETER EHEGLÜCK
Deutschland: Kurioses Hochzeits-Hotel in der Oberpfalz
Das Gebäude ist gerade mal zweieinhalb Meter breit und
trotzdem weithin berühmt. Schätzungsweise im 18. Jahrhun-dert erbaut, fungiert das Häuschen heute als Hotel - das wahr-scheinlich kleinste der Welt! Das Haus wurde damals auf einer etwa 20 Quadratmeter großen Grundfläche erbaut und ohne Seitenwände zwischen zwei Nachbarhäusern praktisch "ein-gehängt".
Das

Das kleine Haus verdankt seinen Namen einer Sage, die einen durchaus ernsten Hintergrund hat und auf dem bronzenen Relief der
Eingangstüre dargestellt hat. Ein Amberger Bürger soll demzufolge dieses Haus erbaut haben, da der damalige Landesherr nur die Ge-nehmigung zur Hochzeit erteilte, wenn die Heiratswilligen einen schuldenfreien Haus- und Grundbesitz nachweisen konnten.

Nur selten hatten die einfachen Bürger die Mittel um sich ein Haus leisten zu können und so wollte der Bauherr auch den unvermögen-den Paaren die Heirat ermöglichen. Möglich wurde dies, indem er ihnen das Haus für die Hochzeitsnacht verkaufte. Bis 1868 soll das Häuschen ausschließlich frisch verheirateten Ehepaaren als Unter-kunft gedient haben. Dem Vernehmen nach wechselte das „Hoch-zeitshäusl“ auch in der Folgezeit rasch die Besitzer und ermöglich-
te so vielen Paaren die Verehelichung.


1970 wurde die Altstadt des oberpfälzischen Städtchens saniert.
Im Zuge dessen wurde eines der beiden Nachbargebäude abgerissen und das Hochzeitshäusl stürzte, da es mit beiden Häusern verbunden war, in sich zusammen. Die Bürger des sehenswerten Ortes wussten jedoch um das Potenzial des damals über 240 Jahre alten Hauses und so wurde es wieder originalgetreu aufgebaut und fungiert seither als Hotel. Mit den Jahren hatte es jedoch unter den Wettereinflüssen stark gelitten und wurde deher 2008 für rund 200 000 Euro general-renoviert.


Seither ist das 56 Quadratmeter große Hotel wieder eröffnet und
mit seiner roten Fassade schon von Weitem erkennbar. Vor allem frisch vermählte Paare nutzen das Haus, um hier ihre Hochzeitsnacht zu verbringen. Andere zelebrieren hier gerne einen Jahrestag oder ein Ehejubiläum. Eine Nacht in dem exklusiven Hotel kostet 210 Euro für zwei Personen. Der Preis beinhaltet ein Frühstück und einen Tiefga-ragen-Stellplatz in der Umgebung. Die Gäste werden vor Ort von ei-ner Hausdame betreut, die in der Nachbarschaft wohnt.
1 Übernachtung (für 2 Personen) 210,- EUR
inklusive Frühstück, Garagenplatz u. Betreuung

WOHNEN RUND UM DIE KAPELLE
England: Gesegnetes Refugium im ehemaligen Hospital
Um eine Kapelle herum reihen sich kreisförmig sieben Zim-
mer aneinander. Das originelle Ensemble wurde 1961 rekon-struiert und seiner neuen Bestimmung als leicht exzentrische Unter-kunft angepasst. Gemütlich ausgestattet und voll mit Überraschungen, erfüllt der Hospitalbau seine Rolle perfekt.
Da ist es nur selbstverständlich, dass die Kapelle noch mehr-mals in der Woche von Gläubigen genutzt wird.

1593 gründete Lady Margaret Clifford ein Armenhaus für ortsansäs-sige Frauen, das zwischen 1650-60 von ihrer Tochter Lady Anne Clif-ford vollendet wurde. Das sogenannte „Hospitalgebäude“ besteht aus sieben Zimmern, die an einen runden Kapellenraum angrenzen, der durch Oberlichtgaden erhellt wird.

Das Personal des Hospitals bestand aus einer Ordensmutter und zwölf Schwestern, die vom Earl of Comberland und besagter Lady Margaret und deren Erben zu bestimmen waren. Obwohl die Bezeich-nung etwas anderes suggeriert, stand das "Hospital" nicht für kranke Personen, sondern vielmehr für obdachlose Frauen offen. Die Grün-dung wurde durch Queen Elisabeth I. persönlich bestätigt.


Die Anlage besteht aus zwei verschiedenen Gebäuden, mit einem kleinen Hof und Garten dazwischen. Um die Kapelle befanden sich einst getrennte Wohnungen für die Hospitalleiterin und ihre zwölf Schwestern. Die Zahl wurde gemäß dem Gründungsakt ordnungsge-mäß bis in die jüngere Gegenwart aufrechterhalten. Noch heute wird die Kapelle für das Gebet an Sonntagen und drei andere Tage in der Woche genutzt.



Aufpreis für angezogenes Militärbett 19,- EUR
(mit Leintuch und Wolldecke)

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