ROMANTISCHES BURGGESPENST
Deutschland: Bei Vollmond erscheint die Freifrau
Veritable Spukhotels sind selten in Deutschland, doch es gibt sie tatsächlich. Beispielsweise in dieser romantisch gelegenen Burg, von dessen 17 Meter hohem gotischen Wohnturm man einen fantastischen Blick über den Rhein genießen kann. Das kleine Hotel bietet neben stilgerecht eingerichteten Zimmern und einer Suite (alle zur Rheinseite) auch ein handfestes Gespenst, das sein Unwesen vor allem in Vollmondnächten treibt, wenn es im Treppenhaus zu den Gästezimmern poltert.

Der imposante Bau der kleinen Burg, die rund 170 Meter hoch
über dem Rhein thront, wurde 1284 begonnen und erweiterte eine
über 100 Jahre ältere Veste in unmittelbarer Nachbarschaft. Der
Sage nach wurde diese von einem Ritter und seinen zwei Söhnen
bewohnt, die beide um ein liebreizendes Fräulein namens Angela
warben, das der Vater auf die Burg gebracht hatte. Das Vorrecht
stand dem älteren Sohn Heinrich zu. Deshalb schickte der Vater
seinen jüngeren Sohn Konrad auf einen Kreuzzug. Vorher nahm
Konrad aber der jungen Frau das Versprechen ab, auf ihn zu war-
ten. Daran hielt sich Angela gewissenhaft, obwohl Heinrich weiter
um sie freite. Der Vater soll deshalb angeblich die zweite Burg ge-
baut haben, die für das liebende Paar bestimmt sein sollte. Doch
als Konrad vom Kreuzzug zurückkehrte, war er mit einer rassigen
Griechin verheiratet. Das Burgfräulein Angela zog sich daraufhin
vor lauter Gram in ein Kloster zurück, während die Brüder in den
benachbarten Burgen fortan verfeindet waren.

Die verfeindeten Burgen von oben Der Burgherr in voller Montur
In der Folgezeit lebten bis zu zehn Erbparteien auf der Burg, die
alle ihre eigenen Wehrtürme und Wohnbauten errichteten. Diese
Struktur ist heute noch erkennbar.Durch die Streitigkeiten war
die Burg bis 1529 so weit verfallen, dass sie unbewohnbar war.
Weitgehend erhalten blieb der Hauptwohnturm, der nach um-
fänglichen Restaurierungsarbeiten seit den 70er Jahren des
vorigen Jahrhunderts als Burghotel gegenwartsmüden Übernach-
tungsgästen einen komfortablen Ausflug ins Mittelalter gewährt.

Himmelbettzimmer

Burgsuite Wohnraum Burgsuite Schlafraum

Turmzimmer
Über die benachbarten Burgen kursiert eine Vielzahl von Ge-
schichten, die man sich bei einem Glas Rheinwein entweder im
Kastanienbestandenen Burggarten oder beim Abendessen im
"Rittersaal" am besten vom Hotelpächter selbst erzählen lässt. Er
wohnt seit 14 Jahren in dem sagenumwobenen Gemäuer und weiß
auch von jener Freifrau zu berichten, die sich 1470 aus Liebes-
kummer vom Turm gestürzt haben soll. Seither spukt es auf der
Burg, wie der Burgherr seinen oftmals ungläubigen Gästen erklärt.
Er selbst hat sie schon mindestens zwölf Mal gesehen: "Sie hat
langes blondes Haar und ein weisses, wallendes Gewand. Vor
lauter Liebeskummer wandelt sie bis heute umher und stößt dabei
leise, klagende Geräusche aus. Besonders gut kann man sie in
klaren Vollmond-Nächten erkennen."

Kamin im Himmelbettzimmer

Burggespenst in Aktion Ausblick vom Turmzimmer
Wer bei solchen Aussichten noch nicht von sanftem Schauer er-
fasst wird, dem kann nachgeholfen werden: ein weiß gewandetes
Nachtgespenst spukt von Zeit zu Zeit im Treppenhaus, damit sich
die Gäste nicht zu wohl in den gemütlichen Zimmern fühlen.

Blick von der Burgterrasse
Wie auch immer: das gespenstische Treiben gibt der romantischen
Übernachtung im Burghotel einen besonderen Kick und scheint die
Fantasie anzuregen: viele Gäste wollen nämlich tatsächlich die trau-
rige Freifrau auf ihrem nächtlichen Klageweg erblickt haben. Und
auch wer nicht an Gespenster glauben mag, hat hier die Möglich-
keit, seine Überzeugung auf den Prüfstand zu stellen. Man kann
ja nie wissen... (Montags Ruhetag, Anreise ab 18 Uhr möglich)
Übernachtung im Turmzimmer (DZ) 130,- EUR
Preis inklusive Frühstück pro Zimmer und Nacht
mit Rheinblick, Dusche und WC
Übernachtung in der Suite (2 Personen) 160,- EUR
Preis inklusive Frühstück pro Zimmer und Nacht
Wohn- u. Schlafraum (mit Rheinblick, Dusche u. WC)
Übernachtung im Himmelbettzimmer (DZ) 235,- EUR
Preis inklusive Frühstück pro Zimmer und Nacht
mit Rheinblick, Dusche und WC
Zustellbett inklusive Frühstück 35,- EUR
Aufschlag Halbpension (pro Person u. Tag) 18,- EUR
Drei-Gänge-Menü

TEUFELSRITT UND MÖNCHSGESANG
Dänemark: Schlaflos hinter Klostermauern
Sie verbringen die Nacht in einem alte Johanniter-Kloster, das in der Reformation in ein schloßartiges Herrenhaus um-gebaut wurde. Noch heute ist in dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Gebäude der Geist seiner ursprünglichen Bewoh-ner präsent. Junge Mädchen vernahmen hier einen mehrstim-migen Mönchsgesang aus den Kellergewölben, als sie vor 90
Jahren in dem säkularisierten Klosterkomplex übernachteten.
Außenansicht des Klosterhotels
Auf Schloss Kokkedal kann man übernachten, aber es ist eben nicht sicher, dass man auch Ruhe findet. Gäste erzählen immer wieder vom Geräusch eines Pferdewagens auf dem Hof, obwohl kein Gespann zu sehen ist. Es soll sich dabei um den Teufel handeln, der Frau Karen Galde, die dem Teufel zum Lohn dafür, dass er sie zu einer hervorragenden Köchin machte, ihre Seele versprochen hatte. Der Küchenchef des Schlosshotels schwört noch heute Stein und Bein, dass ihm Karen hin und wieder heimlich über die Schulter schaut.
Gang im Hotel Himmelbett
Und auch Peder Schroder – Eigentümer von Kokkedal bis 1870 – findet offensichtlich wegen einer Untat keine Ruhe: Aus Geldmangel hatte er die Gräber seiner Vorgänger plündern lassen, und als Buße muss er nun nachts zwischen Schloss und Friedhof hin und her wandern.
„Wer auf Kokkedal keine eigenen Erfahrungen mit Geistern macht, dem ist wahrscheinlich überhaupt nicht zu helfen“, schmunzelt Joergen Hansen. Dem Gast im Zimmer 23 ist allerdings weder eine weiße Frau erschienen, noch hat er das Weinen der Eingemauerten gehört. Und doch war da diese komische Bewegung in der Gardine. Und dann dieser kalte Hauch von draußen … was war das?
Übernachtung im Doppelzimmer 165,- EUR
Preis für zwei Personen inklusive Frühstück
Aufpreis am Samstag 30,- EUR
Übernachtung in der Suite mit Himmelbett 250,- EUR
Preis für zwei Personen inklusive Frühstück
Aufpreis am Samstag 30,- EUR
Zustellbett inklusive Frühstück 35,- EUR
UNHEIMLICHE NACHT IM PFARRHAUS
Großbritannien: Geistvolles Bed & Breakfast in Schottland
Auf einem Hügel gelegen und mit großartigem Ausblick auf die nahe Meeresbucht, zählt das ehemalige Pfarrhaus in der Nähe des schottischen Städtchens Monrose wohl zu den von Geistern heimgesuchtesten B&B-Pensionen im Vereinigten Königreich.

Weshalb gerade hier soviele Geistererscheinungen gesichtet werden, konnte bislang nicht geklärt werden. Allerdings ist das Gebäude für sich genommen schon bemerkenswert. Merkwürdig ist vor allem der Umstand, dass sich das ehemalige Pfarrhaus rund zwei Kilometer von der Kirche entfernt befindet. Der Grund dafür liegt womöglich an der Besonderheit des Ortes, der schon vor über 2000 Jahren als religiöse Kultstätte eine starke Anziehungskraft ausübte. Errichtet wurde das Gebäude wohl nicht ganz zufällig an einem Kreuzungspunkt von Energieströmen. Die besondere Aura belegen zudem die zahlreichen Steinkreise und Megalithplätze in der näheren Umgebung.

Das Haus in seinem heutigen Bauzustand reicht im Kern bis ins Jahr 1745 zurück. Dieses Datum kennt in Schottland jedes Schulkind: es ist das Jahr, in dem Bonnie Prince Charlie landete, um den englischen Thron für das schottische Haus Stuart zurückzugewinnen. Während der erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Lowlandern und Highlandern verlief die Kampflinie unweit des Pfarrhauses.
Erst im Oktober 2006 bestätigten professionelle Geisterjäger den unheimlichen Ruf des Hauses, der bei den Einwohnern der Gegend schon lange bekannt war. Sie waren nicht nur auf die Geister vor-heriger Bewohner und lebende Wesenheiten im Gemäuer gestoßen, sondern registrierten auch Gesang aus leeren Räumen und unerklär-bare elektromagnetische Felder sowie deutliche Anzeichen früherer Hexerei. Doch die Geister sind nicht immer anwesend. Manchmal wird das Haus sehr "lebendig" und ein anderes Mal ist es einfach nur tot. Wer sein Glück versuchen will, findet dazu bei einer Übernachtung Gelegenheit. Entweder auf eigene Faust oder mit Hilfe erfahrender Geisterjäger, die die Gäste durch die Nacht begleiten.

Wer es schafft, eine Nacht im "Zimmer des schreienden Mannes" zu verbringen ohne selbst schreiend davonzulaufen, erhält am nächsten Morgen ein Zertifikat zum Beweis seiner Tapferkeit. Aber finden Sie doch selbst heraus, wer hier lebte und (was noch wichtiger ist) wer hier starb! Fragen Sie nach "George" und erfahren Sie seine schreckliche Geschichte! Oder folgen Sie der schwarzen Katze auf
dem Themenpfad zu dutzenden von Geistern heimgesuchten Häusern, Schlösser und Pubs der Umgebung. Keinesfalls sollten Sie auch ver-säumen, zu dem geheimnisvollen Grabstein zu gehen, der sich nicht fotografieren lässt und die Öfen zu besichtigen, die von Mönchen als Gefängnis benutzt wurden.
Doppelzimmer pro Nacht 105,- EUR
inklusive Frühstück und Zertifikat
1 Übernachtung inklusive Geistersafari 325,- EUR
für zwei Personen im Doppelzimmer
inklusive Frühstücksbuffet und Geistersafari
(enthält zusätzlich Abendessen, Einweisung und Nutzung aller Gerätschaften, einschließlich Fotos, Videos und Tonaufnahmen,
die gemacht werden)
Dauer der Geistersafari (auf Englisch) von 18 Uhr bis 4 Uhr morgens (Frühstück dann gegen Mittag)